Säkularinstitut Ancillae

„Ecce Ancilla Domini" - „Siehe, ich bin die Magd des Herrn"; Lk 1,38

Weihnachtsinfo 2002

Die Liebe allein versteht
Das Geheimnis,
andere zu beschenken
und dabei selbst
reich zu werden."
Augustinus

"Weihnachten ist das Fest der Sehnsucht Gottes"

…Die Geburt Jesu ist der Erweis der von Gott ausgehenden Sehnsucht nach dem Heil des Menschen, nach seinem wahren Glück, nach seiner grenzenlosen Erfüllung. Der Kern der Weihnachtsbotschaft sagt uns, dass Gott uns selbst begegnen will, dass er an uns interessiert ist, noch lange bevor wir auf ihn schauen und uns für ihn interessieren. Gott sehnt sich nach uns. Er will mit uns sein – unter uns sein – sich selbst uns geben. Gott kommt uns zuvor. Das ist das Licht in der Finsternis unseres Daseins; ein unzerstörbares Licht, das Licht einer bedingungslosen Liebe, in der Gottes erfüllende Sehnsucht unserer menschlichen Sehnsucht begegnet.

Lassen wir uns von dieser frohen Botschaft beglücken und schauen in großer Dankbarkeit zurück auf das Jahr 2002, in dem wir tagtäglich die liebende Fürsorge dieses Gottes erfahren durften.

"Lasst keinen zu Euch kommen ohne dass er glücklicher wieder geht!" Mutter Theresa

Unsere Aufgaben in Indien sind gewachsen und haben sich intensiviert. Vielen Menschen durften wir helfen, ihrem Leben wieder Sinn und Hoffnung schenken. Auch neuen Aufgaben mussten und durften wir uns in diesem Jahr stellen.

In unseren Bildungszentren in Andhra Pradesh und Kerala fanden 550 Frauen und Mädchen eine Ausbildung in Nähen, Handarbeiten und Hauswirtschaft. Für die meisten von ihnen ist dies die einzige Möglichkeit einer Weiterbildung und zugleich eine gute Vorbereitung für ihre Aufgaben als Mutter in der eigenen Familie.

250 Analphabeten – überwiegend sind es Hirtenkinder – wurden in unseren Abendschulen in Andhra Pradesh unterrichtet, denn tagsüber müssen sie auf den Feldern und als Hüterbuben ihren Lebensunterhalt selbst verdienen.

In unseren drei Kindergärten werden 120 Kinder betreut. Sie bekommen auch täglich eine nahrhafte warme Mahlzeit. Ihre Eltern arbeiten tagsüber auf dem Feld, alles arme Familien.

Shalom – ein Heim für behinderte Kinder mit Schule wird von unseren Ancillae geführt. Zurzeit werden dort 160 Kinder betreut.

Im Fischerdorf Pullavila konnten wir sehr erfolgreich den Nachhilfeunterricht organisieren. Über 100 Kinder nehmen daran teil. Für sie ist dieser Nachhilfeunterricht die einzige Möglichkeit, einen Schulabschluss zu erreichen. Ohne diesen Abschluss ist ihnen der Weg zu einer späteren Berufsausbildung verschlossen.

Im Fischerdorf Pullavila läuft zurzeit ein Kurs in Backen und Kochen für junge Männer, die keinen Schulabschluss besitzen, ihn auch nicht mehr nachholen können. Für diese jungen Leute ist dieser Kurs eine Chance und Möglichkeit als Hilfskräfte in Gaststätten und Hotels eine Arbeit zu bekommen. Da wir Dank unserer Wohltäter einen Backofen besitzen und alle notwendigen Schüsseln, Behälter und sonstige Geräte hierfür anschaffen konnten und zudem einen Bäckergesellen herangebildet haben, der sie auch bedienen kann, läuft dieser Kurs zu unserer Zufriedenheit. Eine unserer Mitschwestern, die in München ihre Ausbildung als Hauswirtschaftslehrerin absolviert hat, leitet diese Kurse.

So werden viele junge Menschen, die begabt sind, von uns gefördert und unterstützt, damit sie eine zukunftsorientierte Ausbildung schaffen können.

In Andhra Pradesh haben wir im Rahmen der Dorfentwicklung an zwei Orten eine ambulante Krankenstation mit Schwangeren- und Mütterberatung und Entbindungsmöglichkeit, ein großer Segen für die Dörfer. In diesem Gebiet starben früher viele Frauen bei der Geburt eines Kindes, weil Problemfälle vielfach zu spät erkannt wurden.

Bei den häufigen Familienbesuchen erkunden unsere indischen Mitschwestern, wo die tiefsten Problemen und Nöte ihre Wurzeln haben und sie suchen gemeinsam mit der Familie nach gangbaren Lösungen.

Konkrete Hilfe konnten wir Ancillae auch vielfach vermitteln und geben bei Hausbau, Brunnen–bohren, Kauf von Milchkühen, Anschaffung einer Nähmaschine, Hilfen bei Krankheit und Operation u.ä. Nöten. Die Menschen haben keine Kranken- und Altersversicherung. Alles muss selber bezahlt werden.

In diesen Tagen erreichte uns ein dringender Bittruf aus den Zentren Moolamattom und Thiruvambady. Die wirtschaftliche Lage der Familien hat sich heuer sehr verschlechtert. Die Preise für landwirtschaftliche Produkte wie Kokosnüsse, Kautschuk und Gewürze sind rapide gesunken. Viele Tagelöhner haben dadurch ihre Arbeit verloren. Die Eltern unserer Mädchen, die vorwiegend als Tagelöhner arbeiten müssen, stehen ohne Tageslohn da. Dadurch geraten sie in immer größere Armut.

Wir Ancillae müssen unseren Kursbesucherinnen helfen, die nötigen Materialien für die Kurse zu finanzieren. Keine kann mehr das Schulgeld zahlen. So suchen wir einer immer größer werdenden Anzahl von armen Mädchen einen Freiplatz zu geben.

Ein Kurs dauert 10 Monate und kommt uns mit Materialien und Unkosten für ein Mädchen monatlich auf 25 €. Die Anschaffung einer Nähmaschine kostet 75€. Für diese Frauen ist unsere Ausbildung eine Chance fürs Leben. Für eine Unterstützung in dieser Sache wären wir sehr dankbar.

Verehrte, liebe Wohltäter, liebe Freunde unserer Indienmission!
Ich versuchte Ihnen einen kurzen Überblick über unsere Indienarbeit zu geben. Vieles blieb unerwähnt. Doch darf ich Ihnen versichern, Ihre Spende findet fruchtbare Anwendung. Viel Not können wir lindern und besonders jungen Menschen den Glauben an das Leben zurückgeben.

Im Namen der Ancillaegemeinschaft und aller Begünstigten möchte ich Ihnen ganz herzlich Vergeltsgott sagen…

Im Gebet Ihnen täglich verbunden
Ihre dankenden Ancillae

Konten für Spenden siehe Kontakt